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Zentrale Fachgruppen: Die Tarifrunde rückt näher

Auch wenn Corona viele Bereiche zum Stillstand gebracht hat, so gilt dies nicht für das Ehrenamt. So haben sich auch die Mitglieder der Zentralen Fachgruppe „Lokrangierführer/Rangierdienst“ erneut zu einem Treffen in Fulda zusammengefunden. Themen gab es mehr als genug.

Die zentrale Fachgruppe begrüßt die Entscheidung von DB Cargo zur Einführung einer neuen Persönlichen Schutzausrüstung (PSA), da sich die klimatischen Verhältnisse in den letzten Jahren stark verändert haben. Hier steht die Arbeitgeberin in der Fürsorgepflicht für all jene, die 24/7 bei Wind und Wetter im und am Gleis arbeiten und keine Möglichkeit auf Homeoffice haben. Derzeit werden PSA von zwei Herstellern erprobt, die nach einer Ausschreibung in die engere Wahl gekommen waren. Die Anforderungen waren hoch: Neben einem hohen UV-Schutz, sowie leichtem Stoff für das Arbeiten bei großer Hitze im Gleisbereich waren Ergonomie, Robustheit, Herstellung und Nachhaltigkeit, sowie flexible Einsatzmöglichkeiten maßgeblich. Die Trageversuche starteten Anfang diesen Sommers an mehreren Einsatzstellen und dauern noch bis Anfang 2023. Die Einführung der neuen PSA ist für den Sommer 2023 geplant.

Ein weiteres Schwerpunktthema stellte die Tarifrunde 2023 dar. Die Mitglieder der zentralen Fachgruppe waren sich einig, dass die stetig steigenden Kosten für Lebensmittel und Energie – gerade für die Kolleg:innen der unteren Entgeltgruppen – kaum noch zu stemmen sind. Damit in Verbindung steht auch der Fachkräftemangel bei der DB. „Wir finden kaum noch Personale für den Rangierdienst“, sagt der Sprecher der Fachgruppe, Stephan Koße. „Ein Hemmschuhleger, der in bzw. rund um München wohnt, geht mittlerweile nur noch für seine Miete und Nebenkosten arbeiten. Rücklagen bilden oder eine private Altersvorsorge sind kaum machbar! Diese unhaltbare Situation haben wir mittlerweile auch in anderen Berufsgruppen deutschlandweit in allen großen Ballungszentren.“ Der Weg zur Arbeit für alle, die das Auto nutzen müssen, schmerze finanziell enorm, ergänzte Ingmar Pfaff: „Und von einer Wertschätzung, die ohnehin kaum stattfindet, wird man nicht satt! Da muss in der Tarifrunde nächstes Jahr spürbar was im Säckel hängen bleiben, sonst laufen uns reihenweise die Leute weg!“

Als letztes Thema befasste sich die zentra­le Fachgruppe in ihrem Treffen mit dem Aufruf um neue Mitglieder. „Wir suchen immer begeisterte Kolleg:innen. Ganz besonders wichtig ist uns, den Frauenanteil zu erhöhen, der derzeit gegen Null geht“, sagt Schriftführer Waldemar Dlugosz. „Wer also Interesse hat mitzumachen, seine Erfahrung einzubringen und Teil der zentralen Fachgruppe zu werden, kann sich gerne bei seiner zuständigen EVG-Betriebsgruppe oder seiner EVG-Geschäftsstelle melden.“

Den ausführlichen Bericht kannst du auf unserer Homepage lesen: www.evg-online.org

Mitte Oktober tagte auch die Zentrale Fachgruppe NE-Bahnen. Thema war natürlich die Tarifrunde. Es wird eine kräftige Erhöhung des Entgelts benötigt, so die einhellige Meinung. Favorisiert wurde ein monatlicher Festbetrag, der die aktuellen Mehrkosten für Energie, Nahrungsmittel sowie ein Lohnplus abbildet. Die Laufzeit wird auf 12 Monate empfohlen.

Darüber hinaus wurden politische und strukturelle Themen behandelt. Kolleg:innen aus NE Bahnen und DB sollten an einem Strang ziehen, das war ein prägendes Thema in der Sitzung. Dann können Mehrheiten in Betrieben organisiert und Minderheitsbetriebe umgedreht werden und wir können insgesamt für die Eisenbahner:innen mehr erreichen.